„Ungenutzte Arbeitskräftepotentiale“ (Hamburgisches Weltwirtschaftsinstitut)

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„Ungenutzte Arbeitskräftepotentiale“ (Hamburgisches Weltwirtschaftsinstitut)

Beitrag  Admin am Sa Jul 13, 2013 10:22 pm

„Ungenutzte Arbeitskräftepotentiale“ (Hamburgisches Weltwirtschaftsinstitut)
zitiert nach: http://www.migazin.de/2013/06/10/fachkraeftemangel-studie-migranten/

„Laut Studie ließe sich auch das Arbeitskräftepotenzial von rund 115.000 Migranten aktivieren, wenn ausländische Abschlüsse anerkannt würden, Nach- und Weiterqualifizierung angeboten würde sowie berufsbezogene Deutschkenntnisse und Arbeitserfahrungen vermittelt würden.“

„Politische Versäumnisse und gesetzliche Hürden halten über zwei Millionen Menschen vom Arbeitsmarkt fern. Dies kann sich Deutschland nicht länger leisten: Das Heben der ungenutzten Potenziale ist eine einfache, schnelle, billige und für alle Beteiligten effektive Hilfe im Kampf gegen den Fachkräftemangel“, sagt Prof. Dr. Thomas Straubhaar, Direktor des HWWI. „Durch die Aktivierung der ungenutzten Talente kann Deutschland die demographischen Herausforderungen leichter und nachhaltiger bewältigen“, fügt Dr. Christina Boll, Forschungsdirektorin des HWWI und Studienleiterin, hinzu.

Aus der Studie:
„2.4.2 |Handlungsempfehlungen
Um die Erwerbsbeteiligung von Frauen mit Migrationshintergrund zu steigern, eignen sich vorrangig die gleichen Maßnahmen, die auch im Hinblick auf Frauen ohne Migrationshintergrund diskutiert werden, also vornehmlich ein Ausbau von Ganztagsbetreuung für Vorschul- und Schulkinder sowie der Abbau negativer steuerlicher Erwerbsanreize durch die Abschaffung des Ehegattensplittings. Darüber hinaus sollten bildungs-, integrations- und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen ergriffen werden, die dazu beitragen können, Frauen mit Migrationshintergrund an den ersten Arbeitsmarkt heranzuführen. Solche Maßnahmen sind insbesondere für Frauen wichtig, die keine Bildungsinländer sind und zur Familiengründung nach Deutschland gekommen sind. Vielfach verfügen sie über keinerlei Erfahrung auf dem Arbeitsmarkt und haben mangels in Deutschland anerkannter Ausbildungen auch formal keinen Zugang. Für bereits länger in Deutschland lebende Frauen bildet häufig der Mangel an Deutschkenntnissen eine wichtige Zugangsbarriere. Im Hinblick auf einen Arbeitsmarkteinstieg sind neben der Vermittlung von berufsbezogenen Deutschkenntnissen aber auch erste Arbeitserfahrungen wichtig.
In Deutschland werden, wie die Prognosen zeigen, auch in Zukunft verstärkt qualifizierte Fachkräfte gebraucht, während das Arbeitsangebot für niedrigqualifizierte Personen rückläufig ist. Menschen mit Migrationshintergrund war bislang vielfach auch dann eine Beschäftigung in vielen Branchen nicht möglich, wenn sie über die gesuchten Fähigkeiten verfügten, da die im Ausland erworbene formale Qualifikation in Deutschland nicht anerkannt wurde. Hier ist das sogenannte Anerkennungsgesetz des Bundes nur ein Baustein von vielen. Es begründet einen Rechtsanspruch auf eine Gleichwertigkeitsprüfung ausländischer Qualifikationen für alle Zuwanderer. In reglementierten Berufen ist die Feststellung einer Gleichwertigkeit mit einem deutschen Berufsabschluss eine Voraussetzung für die Berufsausübung. Doch zum einen haben nicht alle Zuwanderer einen Abschluss im Ausland erworben, zum anderen können nicht alle ausländischen Abschlüsse anerkannt werden. Deshalb sind insbesondere für die Nicht- oder Niedrigqualifizierten unter den in Deutschland lebenden Zuwanderern Ausbildung, Nach- und Weiterqualifizierung als „späte Chance“ (SVR 2012, S. 91) wichtig, um das bestehende Arbeitskräftepotenzial bei Personen mit Migrationshintergrund besser auszuschöpfen als bisher. Maßnahmen reichen von der Vermittlung berufsbezogener Deutschkenntnisse für die erste Generation der Zuwanderer bis zur Schaffung von besseren Strukturen für den Erwerb von höheren Abschlüssen auf dem zweiten Bildungsweg. Letzteres ist sowohl für die erste Generation als auch die zweite Generation der Zuwanderer von Bedeutung.“





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